PCOS – eine der häufigsten, aber am wenigsten erkannten Hormonstörungen
Viele Frauen hören den Begriff PCOS erst sehr spät. Dabei ist diese hormonelle Störung häufig und bleibt lange unbemerkt.
Viele Frauen hören den Begriff PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) erst dann, wenn sie Schwierigkeiten haben schwanger zu werden. Dabei betrifft diese hormonelle Störung schätzungsweise jede zehnte Frau im reproduktiven Alter – und bis zu 70 % wissen gar nicht, dass sie betroffen sind.
PCOS ist damit eine der häufigsten Ursachen für unregelmäßige Zyklen und ausbleibende Eisprünge. Doch PCOS ist mehr als nur ein Fruchtbarkeitsthema.
Was genau ist PCOS?
PCOS ist kein einzelnes Krankheitsbild mit einer klaren Ursache, sondern ein Syndrom. Das bedeutet: Mehrere Faktoren und Hormone spielen zusammen.
Typischerweise zeigen sich mindestens zwei der folgenden drei Merkmale
- Unregelmäßige oder seltene Perioden
- Erhöhte männliche Hormone (Androgene) – z. B. Akne oder unerwünschte Körperbehaarung
- Viele kleine Follikel an den Eierstöcken, sichtbar im Ultraschall („Perlenkette“)
Wichtig zu wissen: Man muss nicht alle drei Kriterien erfüllen, um PCOS zu haben.
PCOS betrifft den gesamten Hormonhaushalt
Lange Zeit wurde PCOS vor allem mit Testosteronüberschuss erklärt. Heute weiß man, dass mehrere Hormone beteiligt sind:
Beteiligte Hormone
- Insulin spielt eine zentrale Rolle
- Östrogen ist oft relativ erhöht
- Progesteron bleibt niedrig, wenn kein Eisprung stattfindet
- Cortisol (Stresshormon) kann das System zusätzlich beeinflussen
Das zeigt: PCOS ist nicht nur ein gynäkologisches Thema, sondern eng mit Stoffwechsel, Ernährung, Stressregulation, natürlicher Unterstützung und Blutzucker verbunden.
Warum es wichtig ist, PCOS früh zu erkennen
PCOS kann bereits in der Pubertät beginnen – zum Beispiel mit unregelmäßigen Zyklen oder hartnäckiger Akne.
Unbehandelt kann es später zusammenhängen mit:
Mögliche spätere Zusammenhänge
- Fruchtbarkeitsproblemen
- Insulinresistenz
- Stoffwechselstörungen
- erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Deshalb lohnt es sich, die Signale des Körpers früh zu verstehen.
In unserer nächsten Ausgabe schauen wir genauer darauf, welche Rolle Insulin und Blutzucker bei PCOS spielen – und warum Ernährung und natürliche Unterstützung ein Schlüssel sein kann.