Die „pflanzenwürgende“ Hopfenranke
Hopfen (Humulus lupulus) ist eine traditionsreiche Kultur- und Heilpflanze. Der im Mittelalter geprägte Gattungsname Humulus wird häufig entweder auf das slawische Wort „chmele“ („Hopfen“) oder auf altgermanische Begriffe wie „humel/humela“ („fruchttragend“) zurückgeführt. Der Artname lupulus ist die Verkleinerungsform von lupus („Wolf“) und spielt auf die früher angenommene „pflanzenwürgende“ Eigenschaft der Hopfenranke an.
Tradition & Geschichte
Bereits 1153 n. Chr. beschrieb Hildegard von Bingen die konservierende Wirkung des Hopfens in Bezug auf seine Bitterkeit. In späteren Kräutertraditionen wurden Zubereitungen aus Hopfenzapfen unter anderem als Begleiter für Ruhe und Abendrituale erwähnt.
Die Bitterstoffe des Hopfens werden traditionell im Zusammenhang mit Appetit und Verdauung genannt. In der Volkskunde findet sich Hopfen daher häufig in Anwendungen rund um „Magen und Bauch“.
Inhaltsstoffe & klassische Nutzung
Hopfen gilt zudem als Symbol der Fruchtbarkeit und wurde in Kräuterüberlieferungen auch im Kontext von Frauenkräutern erwähnt. Als Inhaltsstoffe werden unter anderem Lupulin (gelbliche Drüsen an den weiblichen Blütenständen), Bitterstoffe wie Humulon und Lupulon, ätherisches Öl, Gerbstoffe und Cholin genannt.
Aroma
Das Aroma ist eher bitter und geprägt von würzigen sowie zitrusartigen Noten.
Hinweis: Kräuterwissen dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.
