FRAUENMANTEL – Die leicht säuerliche Alchimistin

Frauenmantelblatt in Nahaufnahme mit einem klaren Tautropfen in der Blattmitte und kleinen gelbgrünen Blüten rundherum

Die kleine Alchemistin

Der Frauenmantel – auch bekannt als Alchemilla vulgaris – wird häufig mit dem Begriff „Alchemie“ in Verbindung gebracht. Der Name wird oft auf das mittelalterliche alchimia zurückgeführt, denn die Blätter sammeln kleine Tropfen, die früher als „Alchemisten-Tau“ gedeutet wurden. In der Volkskunde trägt Frauenmantel zahlreiche Namen, die auf seine enge Verbindung zur Frauenwelt hinweisen, darunter Allerfrauenheil, Marienmantel, Venusmantel, Alchemistenkraut und Frauenhilf. Die Blätter wurden teils sogar mit dem Schutzmantel der Muttergottes verglichen.

Seit der Antike geschätzt

Frauenmantel wird seit der Antike in der europäischen Kräutertradition erwähnt. In historischen Quellen, unter anderem im Umfeld von Hildegard von Bingen, wird er als Frauenkraut beschrieben und im Zusammenhang mit Ausgleich und Rhythmus genannt.

In der Volkskunde wird Frauenmantel außerdem oft als „Pflanze für die Seele“ bezeichnet. Traditionell wird er in unterschiedlichen Kontexten rund um Wohlbefinden und zyklusbezogene Phasen erwähnt. Dabei werden ihm je nach Quelle verschiedene Eigenschaften zugeschrieben.

Inhaltsstoffe

Als Inhaltsstoffe werden vor allem Gerbstoffe genannt, die für ihre zusammenziehenden (adstringierenden) Eigenschaften bekannt sind. Außerdem werden in der Literatur unter anderem geringe Mengen salicylathaltiger Verbindungen, Chlorophyll und Phytosterine beschrieben.

Geschmack

Frauenmantel hat einen leicht säuerlichen und bitteren Geschmack.

Hinweis: Kräuterwissen dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.